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Der Bischoffssitz

 

An der Ecke der Bispegade („Bischofsstraße“) und des Jomfrugangs lag im Spätmittelalter ein Bischofssitz. Das Bischofstor stand etwa 50 Meter weiter nördlich, und etwas außerhalb des Tores verlief ein Wallgraben, der die Stadt nach Norden abgrenzte. Um in die Stadt hinein zu kommen oder sie zu verlassen, musste man die Bischofsbrücke überqueren. Bischöfe wohnen aber erst seit etwa hundert Jahren in der Stadt. Die Gegend um Hadersleben gehörte nämlich zum Schleswiger Stift, und Bischof und Dom befanden sich deshalb in Schleswig. Die Aufgabe des örtlichen Domkapitels war es, Gottesdienste zu veranstalten, Pastoren auszubilden, die Ländereien der Kirche zu verwalten und die Steuern einzutreiben, die der Kirche zustanden. Dies alles im Namen des Bischofs in Schleswig, der deshalb auch ab und an Hadersleben besuchte um zu kontrollieren, dass die Anliegen der Kirche ordnungsgemäß gewahrt wurden.

1454/55 erwarb der Bischof Nicolaus Wulff einige Grundstücke – den heutigen Hausnummern 9-13 in der Bispegade entsprechend – und ließ hier seinen Sitz erbauen. Er lag am südlichen Ende des Grundstücks und war ein vornehmes, zweistöckiges Haus, aus Ziegeln gebaut und mit dem Giebel an der Straßenseite. Man weiß nicht viel mehr über das Gebäude – außer, dass er den großen Stadtbrand von 1627 nicht überlebte.

Nachdem die neue Grenzführung 1920 einen großen Teil von Südjütland vom Schleswiger Stift getrennt hatte, wurde ein neues Stift eingerichtet. Die Frauenkirche wurde zum Dom erhoben und Hadersleben erhielt seinen eigenen Bischof. Der neue Bischofssitz liegt etwas weiter westlich am Ribe Landevej.

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