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Die Priesterschule

 

An dieser Stelle wurde 1645 ein Backsteinhaus für einen Schulmeister gebaut, der den Titel „Lektor“ erhielt. Er war Priester und unterrichtete seine Schüler in der katholischen Lehre, um sie auf die Ausübung ihres Berufes in der Kirche vorzubereiten. Der Unterricht fand zum großen Teil hier im Lektorat statt, so wurde das Haus genannt. Zu der Zeit hatten die Priester schon seit ein paar Jahrhunderten die Verantwortung für die Ausbildung neuer Geistlicher, und die Absicht mit dem (Neu)Bau des Lektorats und der Anstellung eines Lektors war wahrscheinlich, einen Prestigegewinn zu erzielen.

Der letzte katholische Lektor war Johann Alberdes, der anscheinend in den 1520ern anfing, Sympathie für Luthers Gedanken zu hegen. Er verließ Hadersleben 1525 oder -26, als er als Hofprediger bei König Frederik I. angestellt wurde. Da der spätere König Christian III. beabsichtigte, 1525 die Reformation in Hadersleben einzuführen, musste die Ausbildung der Geistlichen natürlich auch geändert werden. Christian rief deshalb zwei protestantische Theologen aus Deutschland zu sich – Johann Wenth und Eberhard Weidensee, die die Aufgaben des Lektors übernahmen und den Unterricht den protestantischen Gedanken anpassten. Nebenbei führten sie eine „Umschulung“ der katholischen Priester durch, damit diese ihr Amt unter den neuen Verhältnissen weiterführen konnten.

Einige Jahre lang wurde Hadersleben auf diese Weise einer der wenigen Orte im Norden, wo man luthersche Theologie lernen konnte, und die hiesige Pastorenschule übte weithin ihre Anziehungskraft aus. 1537 wurde dann die Universität zu Kopenhagen in lutherischer Version wieder eröffnet und die Pastorenschule in Hadersleben stellte ihre Tätigkeit ein, da es für sie keinen Bedarf mehr gab.

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