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Jomfrugang

 

Die eine Theorie stützt sich darauf, dass der Straßenname durch die Nonnen entstand, die bis Mitte des 16. Jahrhunderts in diesem Gebiet in Haderslev wohnten. Jedoch sind die Straßennamen „Jomfrugang“ und „Jomfrusti“ Bezeichnungen, die in vielen dänischen Städten zu finden sind. Auch in Aabenraa liegt eine Straße namens „Jomfrugang“ – obwohl in der Stadt, soweit bekannt, nie Nonnen angesiedelt waren. Dafür passt der Name zum Viertel, wo sich die leichtlebigen Damen befanden.

Im Mittelalter durften sich die Prostituierten nicht auffällig kleiden, und sie mussten eine rot-schwarze Kopfbedeckung tragen. Zudem mussten sie in bestimmten Vierteln der Stadt wohnen. 1683 wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das den Bordell-Betrieb komplett verbot. Die Prostitution war jedoch nicht gesetzlich verboten. Dieses Gesetz galt bis Anfang des 19. Jahrhunderts.

Die andere Theorie für den Straßennamen „Jomfrugang“ in Haderslev stützt sich deshalb darauf, dass dies das Viertel für die Prostituierten der Stadt gewesen ist. Generell ist man der Auffassung, dass die dänische Bezeichnung leicht ironisch für den Ort verwendet wurde, an dem sich die leichtlebigen Damen befanden.

So kann man sich aussuchen, ob man der „frommen“ Erzählung von den Nonnen oder der spektakuläreren Geschichte von den leichtlebigen Damen Glauben schenken will.

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